11.10.2017 GENO-TALK: Die Roboter kommen!

Wie Künstliche Intelligenz unser Leben verändern wird

Essen, 12.10.2017 –  Das klare Fazit des 21. GENO TALKS: Wir werden künftig mit einer Fülle von „Roboterassistenten“ leben. Seit es Maschinen gibt, träumen Wissenschaftler davon, sie zum Leben zu erwecken, ihnen Geist und Vernunft einzuhauchen. So begrüßte der Moderator Wulf Mämpel die Gäste im FORUM der GENO BANK auch passend mit computerimitierender Stimme: „...Wir sind inzwischen von Robotern umgeben, von einer rasanten Entwicklung auf dem Feld der Künstlichen Intelligenz, die vielen Menschen Angst bereitet. Warum ist das so, dass wir eine abstrakte Bedrohung verspüren wie bei der Gen-Technik?“
Prof. Dr. Ansgar Wübker, Professor an der Ruhr-Universität in Bochum und stellvertretender Leiter des Kompetenzbereichs Gesundheit am RWI-Leibnitz-Institut für Wirtschaftsforschung in Essen sieht in der Weiterentwicklung der Künstlichen Intelligenz einen großen Wirtschaftsbereich der Zukunft mit globaler Auswirkung. Und er nahm der Angst das Gewicht, indem er betonte, dass hinter jedem innovativen Fortschritt stets der Mensch stehen wird – trotz aller verblüffenden, von Robotern geleisteten Arbeit.
Im Verlauf der Diskussionsrunde stellten sich Fragen wie „Werden wir bald von Robotern abhängig ein? Wird sich das Leben mit Robotern als Tandem zwischen Mensch und Maschine gestalten? Sind Roboter Job-Killer oder guter Kollege, Segen oder Fluch?“
Smarte Technologien durchdringen bereites heute unsere Alltagswelt. Wir bestaunen sie neugierig und setzen sie zaghaft ein. Selbsttätige Rasenmäher und Staubsauger, fahrerlose Autos, ferngesteuerte Kaffeemaschinen, Drohnen – unser Alltag verändert sich rasant und wirft die Frage auf: Ist es möglich, menschliche Intelligenz nachzubilden, also eine Maschine zu entwickeln, die wie ein Mensch lebt, fühlt, reagiert? Die Antwort des prominenten Podiums ist eindeutig: Noch nicht, doch Roboter werden zunehmend „humaner“.
So können humanoide Roboter zum Beispiel als Lehrer fungieren und Wissen sachlich vermitteln. Experimente zu einem Roboter-Vokabel-Trainer, der zwölf Sprachen perfekt beherrscht, laufen bereits. Aber ist das nun besser als emotional agierende Lehrer?
Im Bereich der Medizin sind Roboter aus Krankenhäusern, Pflegeheimen, Reha-Einrichtungen und Laboratorien nicht mehr wegzudenken. Experten schätzen, dass die Branche Robotik und Automation weltweit bis 2025 einen Wert von 1,8 Billionen US-Dollar ausmachen wird. Dr. Stefan Buse, Chefarzt der Klinik für Urologie und urologische Onkologie und Leiter für roboterassistierte Chirurgie im Alfried Krupp Krankenhaus in Essen, hat rund 4.000 Operationen mit dem DAVINCI-Robot-System durchgeführt. Er sähe viele Vorteile bei Roboter-Assistenten und habe nur gute Erfahrungen gemacht. Gerade im Bereich der Krankenpflege und der Seniorenbetreuung würden künftig Roboter-Systeme eingesetzt, weil das Personal fehle. Doch er betont auch: „Ohne den verantwortlichen Arzt wird es auch künftig nicht gehen.“
Die Tatsache, dass Roboter sehr genau, ausdauernd und gefügiger sind als der Mensch kann sich negativ auf den Arbeitsmarkt auswirken. Schon jetzt wird prognostiziert, dass zukünftig die Hälfte aller Jobs in Deutschland durch Roboter ersetzt werden könnte. Roboter als Job-Killer? Diese Gefahr bewerten die Podiumsgäste als durchaus realistisch, auch wenn neue, qualifizierte Berufe entstünden. Ob Roboter aber eines Tages unser gesamtes Bruttosozialprodukt erwirtschaften, bleibe fraglich.
Eine spannende Passage des GENO TALK beschäftigte sich auch mit der Frage: Was geschieht, wenn hochqualifizierte Maschinen-Menschen in verbrecherische Hände geraten und Kampf-Roboter gebaut werden? Dies sei nie ganz auszuschließen und müsste durch entsprechende Sicherheitsmechanismen verhindert werden. Schließlich verlagerte diese Problematik den immerwährenden Kampf zwischen Gut und Böse aber lediglich auf eine andere Ebene.

Die Gäste des 21. GENO TALKS:
Dr. Stefan Buse, Chefarzt der Klinik für Urologie und urologische Onkologie und Leiter für roboterassistierte Chirurgie im Alfried Krupp Krankenhaus in Essen
Prof. Dr. Nicole Krämer, Professorin für Sozialpsychologie mit Schwerpunkt Künstliche Intelligenz an der Universität Duisburg-Essen
Prof. Dr. Josef Pauli, Lehrstuhl für Intelligente Systeme mit Schwerpunkt Roboter-Intelligenz an der Universität Duisburg-Essen,
Achim Vanselow, Leiter der Abteilung Wirtschafts- Struktur- und Technologiepolitik beim Deutschen Gewerkschaftsbund in NRW
Prof. Dr. Ansgar Wübker, Professor an der Ruhr-Universität Bochum und stellvertretender Leiter des Kompetenzbereichs Gesundheit am RWI-Leibnitz-Institut für Wirtschaftsforschung in Essen

Auf dem Foto von links: Achim Vanselow, Prof. Dr. Josef Pauli, Dr. Stefan Buse, Prof. Dr. Ansgar Wübker, Prof. Dr. Nicole Krämer, Wulf Mämpel, Heinz-Georg Anschott