GENO TALK am 07. März 2016

„Fremde in unserer Stadt – die neue Völkerwanderung. Schaffen wir das?“

Das spannende Thema lockte eine große Gästeschar in das Forum der Bank. Dabei wurde deutlich, dass es bei der Bewältigung der Probleme nicht allein um die derzeitige und künftige Asyl- und Flüchtlingspolitik geht, sondern auch um die europäische Wirtschafts- und Wertegemeinschaft. Die Gesprächsunde war sich einig: Europa darf nach über 60  Jahren nicht an dieser Aufgabe scheitern.
Gäste auf dem Podium beim 16. GENO TALK, den der Essener Journalist Wulf Mämpel wie immer souverän moderierte, waren Marion Greve (Superintendentin des Stadtkirchenkreises Essen), Dr. Björn Enno Hermans (Caritas-Direktor für die Stadt Essen), Guido Reil (SPD-Ratsherr aus Katernberg/Altenessen), Peter Renzel (Sozialdezernent der Stadt Essen) sowie Frank Richter (Polizeipräsident von Essen und Mülheim).
Das Thema Flüchtlinge beherrscht derzeit die deutsche Politik im Bund, in den Ländern und in den Kommunen. 60 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht, weil in ihren Ländern Krieg, Not, Terror und Leid herrschen. Innerhalb Deutschlands kommen die meisten Flüchtlinge derzeit ins Ruhrgebiet.
Bezogen auf die Herausforderungen für Essen stellte Moderator Wulf Mämpel die Frage „Schaffen wir das?“ Die meisten seiner Podiumsgäste wollten die Frage nicht mit „Nein“ beantworten. Die durch den Zustrom entstehenden Probleme wurden von allen offen angesprochen. Polizeipräsident Frank Richter sieht ein Problem in den Zeltstädten und die damit verbundene Steigerung der Polizeieinsätze um 15 Prozent. „Dennoch zählt Essen zu den sichersten Großstädten in ganz Deutschland“, so Richter.
Essens Sozialdezernent Peter Renzel wehrte sich gegen die „wir- sind- jetzt- voll- Haltung“ und verwies auf die vielen erfolgreich integrierten Menschen in unserer Stadt. Vor dem Hintergrund, dass die Anforderungen, die die Stadt in Bezug auf Integration in den nächsten Jahren bewältigen muss, enorm sind, stellte der Caritas-Direktor Björn Enno Hermanns die Frage, „Was ist denn die Alternative zu einem: Ja, wir wollen?“