Martin Luther begeistert Gäste beim 20. GENO TALK

Der Ehrengast des 20. GENO TALKs verblüffte das vollbesetzte Forum der Bank schon durch seine äußere Erscheinung: Dr. Martinus Luther. Der ehemalige Stadt-Superintendent Heinrich Gehring (77), vom Essener Schauspielhaus der Zeit um 1517 entsprechend historisch gewandet, brachte die 120 Gäste im Auditorium sogar zum Mitsingen eines lutherschen Kirchenlieds. Dies war einer der Höhepunkte der Talkrunde „Der Mönch, der den Himmel teilte. 500 Jahre Reformation in Stadt und Region“. Gäste des Abends waren Marion Greve, Superintendentin des Kirchenkreises Essen, Dr. Martin Grimm, Vorstand des Martin Luther-Forums Ruhr, Prof. Heinrich Theodor Grütter, Direktor des RuhrMuseums, Wilhelm Zimmermann, Weihbischof in Essen und Bischofsvikar für Ökumene und interreligiösen Dialog.


In einem spannenden Diskurs waren sich die Podiumsgäste einig: Martin Luther wollte die Katholische Kirche nicht spalten, sondern reformieren. Es waren andere politische Köpfe, die ihre Chance erkannten, sich von Rom und dem Papsttum zu lösen. Einigkeit bestand auch über die zukünftige Ausrichtung der Kirche: Der eingeschlagene Weg in Richtung Annäherung der christlichen Kirchen muss weiter beschritten werden. Dazu gebe es viele deutliche Impulse auf allen Seiten.


Das RuhrMuseum auf Zollverein zeigt bis zum 31. Oktober die Ausstellung „Der geteilte Himmel. Reformation und religiöse Vielfalt an Rhein und Ruhr“. Sie dokumentiert die Entwicklung der Reformation in unserer Region über die vergangenen 500 Jahre. Und sie beleuchtet das Zusammenleben der unterschiedlichen Religionen und Konfessionen an Rhein und Ruhr. Eine Zahl hat die Gäste des GENO-Talk dann auch besonders verblüfft: Im Ruhrgebiet leben Mitglieder aus 250 verschiedenen Religionsgemeinschaften.